Die Civetta-Gruppe, gesehen von Coi im Val di Zoldo

Höhenweg · Juni bis September

Alta Via 1

Der Klassiker unter den Dolomiten-Höhenwegen, mit seinem schönsten Teil vor unserer Haustür.

Foto: Ximonic (Simo Räsänen), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Mit Respekt unterwegs

Die Berge um das Zoldo Tal sind Teil des UNESCO-Welterbes Dolomiten, der Süden der Route liegt im Nationalpark Dolomiti Bellunesi. Bitte auf den markierten Wegen bleiben, keinen Müll zurücklassen (auch keine Taschentücher oder Obstreste), Blumen stehen lassen, Weidetiere und Wild in Ruhe lassen und Hunde an der Leine führen. Wer so unterwegs ist, hilft mit, dass diese Landschaft so bleibt, wie wir sie lieben.

Die Alta Via 1 führt in rund zehn Tagen von Hütte zu Hütte quer durch die Dolomiten, vom Pragser Wildsee in Südtirol bis nach Belluno. Sie gilt als der bekannteste und zugleich der „leichteste“ der Dolomiten-Höhenwege. Für das Val di Zoldo ist sie etwas Besonderes, denn auf ihrer zweiten Hälfte läuft sie rund um unser Tal: unter dem Pelmo, an der Civetta-Wand entlang, über den Passo Duran und durch die einsamen Berge des Pramper.

Die wichtigsten Fakten

  • Start und Ziel: Pragser Wildsee (Lago di Braies) bei Toblach bis Belluno.
  • Länge: rund 120 Kilometer, je nach Variante etwas mehr oder weniger.
  • Höhenmeter: im Aufstieg je nach Quelle etwa 6.500 bis 7.500 Meter.
  • Dauer: meist acht bis zwölf Tage, je nachdem, wie man die Etappen einteilt.
  • Übernachtung: in Berghütten (Rifugi), fast jeden Abend in einer anderen.
  • Saison: etwa Mitte Juni bis Mitte/Ende September, solange die Hütten geöffnet haben.

Wie die Alta Via 1 entstand

Die Idee, die Dolomiten auf einem durchgehenden Höhenweg zu durchqueren, stammt aus den 1960er-Jahren. Mario Brovelli stellte 1966 in der Bergsteigerzeitschrift Lo Scarpone Routen durch die Dolomiten vor. Der Bellunese Piero Rossi baute darauf auf und machte den Weg mit seinem Führer „Alta Via delle Dolomiti“, der die Nummer 1 trug, bekannt. Seitdem ist die Strecke mit einem Dreieck und der Zahl 1 markiert, und Wanderer aus der ganzen Welt laufen sie jeden Sommer.

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Der Verlauf in Kürze

Die erste Hälfte führt durch die Fanes-Hochfläche, am Lagazuoi mit seinen Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg vorbei und an den Cinque Torri bei Cortina. Über die Croda da Lago und das Rifugio Città di Fiume kommt man dann an den Fuß des Pelmo. Ab hier beginnt der Teil, den wir im Zoldo gut kennen.

Der Zoldo-Abschnitt Etappe für Etappe

Unter dem Pelmo zum Passo Staulanza

Vom Rifugio Città di Fiume geht es unter der Nordwand des Pelmo zum Passo Staulanza (rund 1.770 m) und weiter hinunter nach Palafavera. Hier ist man mitten im oberen Zoldo, nur wenige Kilometer von Pecol entfernt. Wer die Alta Via 1 nur zum Teil gehen will, steigt hier gut ein oder aus.

Der Civetta vom Passo Staulanza aus
Der Civetta vom Passo Staulanza aus gesehen. Foto: kallerna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Coldai, Tissi und Vazzoler: die Civetta-Etappe

Von Palafavera steigt der Weg zum Rifugio Sonino al Coldai (2.132 m) auf. Gleich dahinter liegt der kleine Lago Coldai, an heißen Tagen ein beliebter Rastplatz. Dann folgt der wohl berühmteste Abschnitt der ganzen Alta Via 1: der Weg unter der Nordwestwand des Civetta, die man in Italien „die Wand der Wände“ nennt. Das Rifugio Tissi (rund 2.260 m) steht genau gegenüber auf einem Felskopf, und die Abendsonne auf der Wand ist hier ein Erlebnis. Danach geht es hinunter zum Rifugio Vazzoler (1.714 m) unter den Kletterbergen Torre Venezia und Torre Trieste.

Steile Dolomitenwände über einem Talkessel mit Wolken
Unter den großen Wänden: So sieht es auf dieser Etappe oft aus.

Carestiato und Passo Duran

Vom Vazzoler zieht der Weg durch Wald und Latschen um die Moiazza herum zum Rifugio Carestiato und hinunter zum Passo Duran (rund 1.600 m). Der Pass verbindet das Zoldo bei Dont mit dem Agordino. Oben stehen zwei Hütten, das Rifugio Passo Duran „Cesare Tomè“ und das private Rifugio San Sebastiano.

Durch die Pramper-Berge zum Rifugio Pramperet

Jetzt wird es ruhiger. Die Etappe vom Carestiato zum Rifugio Sommariva al Pramperet (rund 1.850 m) ist etwa 13 Kilometer lang, man ist rund fünf Stunden unterwegs. Die Hütte steht auf der Alm Prà de la Vedova unter dem Monte Pramper, im Nationalpark Dolomiti Bellunesi und auf dem Gebiet der Gemeinde Val di Zoldo. Aus dem Tal erreicht man sie auch von Forno di Zoldo durch das Val Pramper.

Rot-weiße Wegmarkierung auf einem Felsblock
Rot-weiß markiert sind die Wege rund um das Zoldo Tal.

Pian de Fontana und das Finale an der Schiara

Über eine Scharte geht es weiter zum kleinen Rifugio Pian de Fontana (1.632 m). Die letzte Etappe führt durch die Schiara-Gruppe hinunter ins Tal Richtung Belluno, das Ziel ist meist die Bushaltestelle La Pissa an der Straße nach Belluno. Auf der klassischen Route über die Schiara gibt es mit Drahtseilen gesicherte Stellen. Wer das nicht möchte, wählt eine der leichteren Abstiegsvarianten.

Tipps aus dem Tal

  • Hütten früh buchen: Im Juli und August sind vor allem Coldai, Tissi und Vazzoler schnell voll.
  • Nur den Zoldo-Teil gehen: Von Palafavera über Coldai, Tissi und Vazzoler bis zum Passo Duran sind es drei schöne Tage. Wer mehr Zeit hat, geht bis zum Pramperet weiter und steigt nach Forno di Zoldo ab.
  • Als Tagestour: Vom Passo Staulanza oder von Palafavera zum Rifugio Coldai und zum Lago Coldai. Trittsichere gehen weiter bis zum Rifugio Tissi mit dem Blick auf die Civetta-Wand.
  • Ausrüstung: Feste Bergschuhe, Regen- und Kälteschutz, Hüttenschlafsack und Bargeld. Nicht jede Hütte nimmt Karten, und Gewitter kommen im Sommer oft am Nachmittag.

GPS-Daten zum Download

Den Verlauf der Alta Via 1 gibt es als GPX-Datei für Handy oder GPS-Gerät, zum Beispiel bei Traileasy mit Karte und Etappen.

Öffnungszeiten der Hütten und den Zustand der Wege bitte vor der Tour direkt bei den Hütten oder beim CAI nachfragen. Angaben zu Längen und Höhen weichen je nach Quelle etwas voneinander ab.